Schwupp und Schwapp – Nostalgie im Bücherregal

Es gibt Kinderbücher, die sollten in keinem Kinderzimmer fehlen. Für mich zählt „Schwupp und Schwapp“  von Lajos Ihasz zu diesen Büchern. Es handelt vom Überwinden eigener Ängste und der Fähigkeit sich zum Besseren zu verändern. Es erschien in 4. Auflage  1959 im Corvina Verlag, Budapest und ist somit ein Kinderbuch aus den Kindertagen meiner Eltern, d.h.  den Großeltern meiner Kinder.

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Warum ich euch gerade dieses Buch vorstellen möchte, obwohl es heute nicht mehr aufgelegt wird und momentan nur noch im Antiquariat für viel Geld zu kaufen ist?

Weil es aus einer Zeit stammt, in der das geschriebene Wort noch eine größere Bedeutung hatte als heute und Abkürzungen wie LOL und MfG undenkbar waren. Es ist eines dieser Bücher, die so liebevoll geschrieben sind, mit einem vielfältigen aber auch schon leicht überholt anmutenden Wortschatz, dass manche Wörter fast klingen wie aus einem anderen Jahrhundert. Für Kinder ist der Text so wunderschön anschaulich und macht mir, als Erwachsenem, unglaublich Spaß zu lesen.

Es wurde in Reimform geschrieben, lässt sich damit geradezu mühelos lesen  und ist zudem so witzig, dass ich es fast immer mit einem Lächeln auf den Lippen lese. Es hat etwas Nostalgisches und ist trotzdem in Bezug auf die erzählte Geschichte zeitlos.

Zum Inhalt: „Schwupp und Schwapp“ handelt von zwei sehr unterschiedlichen Zwillingsfröschen, bei dem der eine fleißig, flink und hilfsbereit und der andere ein Faulpelz ist, der die Arbeit scheut und sich Lügen bedient um unliebsame Dinge nicht tun zu müssen. Aber gerade dieser Taugenichts entdeckt in seiner größten Not, seine mutige Seite und wandelt sich zu einem „besseren“ Frosch.

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Die Bebilderung ist wirklich sehr schön, kann aber aufgrund des Alters des Drucks, nicht mit der heutigen Druckqualität mithalten, was uns aber überhaupt nie gestört hat. Was das Buch aber für mich so besonders macht, sind nicht die Bilder, denn heutzutage  mangelt es meiner Meinung nach nicht an schön gezeichneten Kinderbüchern, sondern der Text.

Textauszug aus Schwupp und Schwapp:

Aber hinten in der Küche

Steigen schon die Wohlgerüche:

Suppe brodelt, Braten zischt,

Und das Mahl wird aufgetischt.

Eine Suppe gibt’s mit Aal,

Muschelherz nach freier Wahl,

Schmetterling, am Spieß gebraten,

Mückenohr mit Wasserfaden,

Spinne, in den Sumpf getaucht,

Floh, von Schlagen angefaucht,

Raupenleber feinster Sorte,

Und zum Abschluss eine Torte,…“

Sollte euch also Schwupp und Schwapp jemals auf einem Flohmarkt, im Secondhand Laden oder im Antiquariat in die Finger fallen…. empfehle ich ….zuzuschlagen!!!!

(Bildrechte:Corvina-Verlag,Budapest)

hier herrscht Meinungsfreiheit

  1. 1
    Sabine says:

    Vielen Dank! Durch diesen Beitrag habe ich mein lange vermisstes „Froschbuch“ wieder gefunden, an das ich nur noch verschwommene Erinnerungen hatte. Ein zauberhaftes Buch und ich freue mich, es nun nach 50 Jahren jederzeit wieder lesen und ansehen zu können.

  2. 2

    Mich begleitete dieses Buch auch durch meine Kindheit. Leider haben es meine Eltern wohl verschenkt oder gar entsorgt. Schade. Ich würde gern meinen Zwillingstöchtern daraus vorlesen. Ein herrliches Kinderbuch!

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