Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen! – von Richard Byrne und Ulli Günther

Heute in der Buchbesprechung habe ich das schöne Bilderbuch „Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen!“ von Richard Byrne und Ulli Günther für euch. Dieses Buch beherbergt die tolle Idee, eine Geschichte mit dem Erlebnis Buch auf seine ganz eigene Art zu vereinen. Halb Bilderbuch, halb Mitmachbuch macht „Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen!“ zu einem schönen, lustigen, kindereinnehmenden und kurzweiligen Erlebnis, welches hier und da aber noch Verbesserungspotential aufweist. Es ist letztes Jahr im Beltz Verlag erschienen.

Buchbesprechung-HilfeDiesesBuchHat

Kurz und knapp: „Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen“, von Richard Byrne und Ulli Günther, Beltz Verlag, Hardcover, ca. 25×25 cm, 12,95 Euro, empfohlen ab 36 Monate – 6 Jahre, mit Verbesserungspotential, aber zu empfehlen

Zum Inhalt: Bella geht gerade mit ihrem Hund Gassi, als sich dieses freche Buch erdreistet, zuerst Bellas Hund, dann den zu Hilfe eilenden Ben, die Rettungskräfte und zuletzt sogar Bella selbst zu verschlucken. Bella gelingt es jedoch, einen Brief an die Leser auf die Seiten dieses Buches zu schmuggeln, so dass eine Befreiung aller Verschlungenen mit tatkräftiger Hilfe und körperlichem Einsatz der Leser möglich wird.

Zum Design: Die Illustrationen von Richard Byrne sind wirklich gelungen. Sie sind kinderfreundlich, die Charktere sympathisch gezeichnet, farblich vielfältig aber harmonisch koloriert und im Vordergrund sehr liebevoll gestaltet. Auch die Reduzierung des Hindergrundes auf ganz einfache grau & blaue Farbrollenflächen, welche ein städtisches Umfeld erahnen lassen, kann ich als Mittel zur Konzentration auf das Wesentliche – das Geschehen um Bella, durchaus verstehen. Allerdings hätte ich mir bei dem auch sehr reduzierten Text, detailreichere Illustrationen gewünscht, um länger auf den Seiten verweilen zu können.

Zum Text: Dieser ist sehr kurz, aber effektvoll. Er gibt aus der Perspektive eines neutralen Erzählers, manchmal sogar in einem einzigen Satz über gleich mehrere Seiten, das Geschehen um Bella wieder. Dabei sind die Sätze einfach strukturiert, kurz und für Kinder gut verständlich.  Ab der Mitte des Buches übernimmt dann Bella mit ihren Briefen und Anweisungen an den Leser, selbst das Erzähl-Zepter und führt die Leser weiter durchs Buch.

Was meine Kinder zum Buch sagen: Unsere Kleine enthält sich erwartungsgemäß noch immer ihrem Stimmrecht, hat sich aber beim Betrachten der Hundeillustrationen zu einem entzückten „Wau, Wau“-Ausruf hinreisen lassen. Dem Großen hat das Buch soviel Spaß gemacht, das wir es am ersten Abend gleich dreimal hintereinander lesen mußten (was aber nur aufgrund der Kürze des Buches überhaupt möglich war). Dann wurde das Buch aufgrund vieler Alternativen aber auch einige Tage wieder ungelesen beiseite gelegt. Auf die Frage, was ihm am besten am Buch gefällt, kamen diese Antworten: Am Buch wäre so toll, „… dass es so frech ist und immer alle wegmampft.“, „…. dass Bella dann so sauer wird.“ und das Beste wäre, „dass am Ende alle (wenn sie vom Leser wieder aus dem Buch herausgeschüttelt wurden) wieder da sind und alles gut ist“. Von unserem Großen bekommt das Buch die Daumen hoch, aber ich vermute, es wird nicht den Weg in seine absolute Lese-Top 10 finden.

Fazit: Ein schönes, unterhaltsames und wirklich süßes Bilderbuch zum Mitmachen für Kinder ab 3 Jahre, welches viel Freude bereitet. Durch umfangreicheren Text und detailreicher gestaltete Hintergründe hätte es allerdings seinen Lesern ein noch längeres Lesevergnügen bereiten können. „Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen“ ist damit zu empfehlen, lässt aber noch Platz nach oben.

hier herrscht Meinungsfreiheit

Hinterlasse einen Kommentar