Ein Plädoyer fürs gemeinsame Spielen & warum wir öfter Tiere stapeln und auf´s Metallophone klopfen sollten

Unsere Welt wird immer digitaler und, versteht mich nicht falsch, ich liebe und nutze digitale Medien viel und gerne, sonst gäbe es ja auch diesen Blog nicht. Aber ich beobachte auch, dass das Spielen von Eltern mit ihren Kindern immer weniger Platz im Alltag findet. Und das ist wirklich schade. Erst jetzt, seitdem ich selber Kinder habe und dadurch auch öfters wieder mal zum Kind werden darf, ist mir aufgefallen, wie wenig Platz in der Welt der Erwachsenen noch fürs kindliche Spielen geblieben ist. Bei uns Großen ist immer alles so zielorientiert, alles abgeklärt und erlaubt oft nur wenig Ausbrüche in das Leben von scheinbaren Sinnlosigkeiten. Wieviel Spaß macht es da wieder, mit seinen Kindern in deren Phantasie einzutauchen und zu erkennen, wie kindlich naives Denke oft mehr Wahrheiten hervorbringt und Dinge gradliniger betrachtet, als unser so verkopftes Gehirn.

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Deswegen ist uns das Spielen mit unseren Kindern so unglaublich wichtig, es macht frei, kreativ und unbedarft. Wir sollten vielleicht alle ab und zu wieder mal richtig Spielen. Mit unseren Kindern und vielleicht auch alleine oder mit Freunden. Es tut der Seele so gut, baut, wie ich finde hervorragend Stress ab, macht frei und das Leben noch etwas lebenswerter! Lasst uns mit unseren Kleinen Türme bauen, uns durchs Gras rollen und im Froschgang durch die Wohnung hüpfen! Spielen ergibt nämlich nicht nur für unsere Kinder, sondern auch in unserem erwachsenen, stressigen Alltag Sinn. Aber vor allem erlaubt es uns, sich mit unseren Kinder auf eine Ebene zu begeben. Ohne Hierarchien und „du sollst aber..“. Oft sind wir Großen ja die mit dem Zeigefinger (und ihr glaubt ja nicht, wie mich das manchmal ank…!). Und dabei versuchen wir doch meist einfach bestmöglich zu erziehen und die Kinder so gut wir es können auf´s Leben vorzubereiten. Aber das ist manchmal wirklich harte Arbeit und bringt mich öfters an meine Gedulds-, Erklärungs-, Beherrschungs und andere Grenzen. Umso mehr Spaß macht es dann manchmal, das alles abzulegen und sich gegenseitig durchzukitzeln, Grimassen zu schneiden oder anders Quatsch zu machen! Und darum soll es heute hier gehen: um das wieder Zuwenden zum Spielen in all seinen Farben, aber besonders in der klassischen Form von Brett- und Lernspielen.

Eine der Arten zu spielen, welche leider wie ich es wahrnehme, immer mehr von Fernsehen, Video, Internet, Spielekonsole oder Smartphone verdrängt wird, sind nämlich Brett oder Lernspiele. Na, kehrt die Erinnerung zurück…. „Mensch Ärgere dich nicht!“, „Monopoly“ … und so weiter. Vielleicht nicht gerade die geeignetsten Spiele zum Einsteigen für Kleinkinder, aber ihr wisst schon was ich meine, oder? Und genau um solche Spiele, aber eben für kleinere Kinder soll es heute gehen. Und zum 10jährigen Jubiläum vom HABA-Klassiker „Tier auf Tier“ wurde ich von HABA gefragt, ob wir dieses Spiel in der Familie gerne einmal ausprobieren wollen. Natürlich wollten wir! Und als kleine, super Zugabe, gab´s sogar noch ein weiteres Spiel, den „Kling-Klang-Wald“ dazu, welches sogar schon für die ganz Kleinen ab 2 Jahre spielbar ist. Na gut, mit den Altersangaben ist das so eine Sache. Kein 2jähriger ist wie der andere und nicht alle zweijährigen sind gleich weit in ihrer (feinmotorischen) Entwicklung. Aber so in etwa kann man sich schon an den Empfehlungen orientieren. (Nur bitte, bitte liebe Eltern seid nicht enttäuscht, oder denkt gar, es stimmt etwas mit eurem Kind nicht, wenn euer(e) Kleine(r) vielleicht trotz des richtigen Einstiegsalters mit den Spielanforderungen eines Spiels noch nicht ganz zurecht kommt! Alle Kinder sind verschieden und entwickeln sich unterschiedlich schnell und nehmen Entwicklungsschritte in unterschiedlichem Tempo. Da ist ganz normal und kein Grund für schlaflose Nächte. Aber das wusstet ihr bestimmt schon.)

tierAufTier Jedenfalls haben wir nach Erhalt beider Spiele, zuerst „Tier auf Tier“ ausprobiert und ich war wirklich, genau wie unser Großer (knapp 4) und der Papa, voll begeistert. (Die Kleine konnte leider aufgrund mangelnder feinmotorischer Fähigkeiten noch nicht ganz regelgerecht mitspielen. Aber Tiere gestapelt hat sie trotzdem schon.) Ziel des Spieles ist es hierbei, durch Verwenden von Holztieren und dem Aufbau eines großen Tierturmes, diesen dabei nicht einzureißen und als Erster all seine Affen, Pinguine, Schlangen und Igel im Turm verstapelt zu sehen. Alle Tiere, sind dabei so entwickelt, das sie gute Auflageflächen für unterschiedliche motorische Entwicklungsstufen bieten. Es gibt noch einen Würfel, der einzelne kleine Modalitäten jedes Zugs vorgibt, aber ansonsten ist dieses Spiel wirklich kinderleicht zu verstehen. „Tier auf Tier“ ist also ein Stapelspiel für 2 – 4 Spieler von 4 – 99 Jahren und macht wahrscheinlich auch jedem Spieler dieser Altersgruppe, der sich gerne motorischen Herausforderungen stellt, Freude. Das tolle an „Tier auf Tier“, und was es wahrscheinlich auch schon 10 Jahre auf dem Markt hält, ist, dass es für Groß und Klein eine feinmotorische Herausforderung darstellt und damit auch den Erwachsenen nicht langweilig wird. Es kommt mit sehr wenigen Regeln und Abläufen aus und ist zudem sehr kurzweilig, d.h. man kann eine Runde auch nochmal schnell innerhalb von 5-10 Minuten vor dem Gang in die Kita spielen oder am Abend vorm Zubettgehen. Mein Mann hat mich sogar schon zu einer spätabendlichen Paar-Partie eingeladen.

KlingKlangWald Ein wenig anders verhält es sich mit dem „Kling-Klang-Wald„, welches hauptsächlich für 1-3 Kinder ab 2 Jahren konzipiert ist und, weil für die ganz Kleinen, eines erwachsenen Moderators bedarf, der die Kinder durchs Spiel führt, ohne selbst Spieler zu sein. Es gehört zur Reihe „Meine ersten Spiele“ und ich vermute, das Kinder aufgrund des einfachen Spielaufbaus, welches den ganz Kleinen sehr entgegenkommt, allerdings auch ab dem Grundschulalter keine zu große Herausforderung im Spiel mehr sehen werden. Aber vielleicht täusche ich mich. Wenn jemand von euch diesbezüglich andere Erfahrungen mit dem „Kling-Klang-Wald“ gemacht hat, immer raus damit und schreibt mir! Unserem knapp 4 jährigen hat der Kling-Klnag-Wald jedenfalls viel Freude bereitet und auch die Kleine hat bereits am Spiel partizipiert, auch wenn sie zugegeben, noch keine richtige Spielerin darstellt. Dazu war sie dann doch noch zu jung. Der „Kling-Klang-Wald“ kommt mit drei Instrumenten, den Klanghölzern, einer kleinen Trommel und einem Metallophon (siehe Bild). Das Spiel bietet dann weiter die Auswahlmöglichkeiten fünf unterschiedlicher Spielvarianten, die sich durch Verwendung von Würfel, Hauskarten, unterschiedlichen Waldtier, Mäusekärtchen und Spielbrett unterscheiden. Der Kling-Klang-Wald schult so auf spielerische Weise das Gehör, macht mit unterschiedlichen Rhythmen vertraut und bringt viel Spielspaß. Man glaubt ja manchmal gar nicht, wie schwer es tatsächlich für die Kleinen ist, nur nach Gehör Klänge dem richtigen Instrument zuzuordnen. Was ich am Spiel etwas zu bemängeln habe ist einzig, dass z.B. in der ersten Spielmodalität die Verwendung langer und in jeder Runde zu wiederholende Redephasen des Erwachsenen, die Kinder vielleicht schneller abschweifen lässt und evtl. gekürzt werden sollte.

Fazit: „Tier auf Tier“ ist ein sehr zu empfehlendes Spiel ab vier (vielleicht auch schon ab drei), welches die Feinmotorik schult, keine komplizierten oder langen Spielablaufe erfordert und sicher Stapelfreunden jeden Alters Spaß macht. Es lässt sich viele Jahre zusammen mit den Kindern genießen und ist mit 14,99 Euro für die Klassikausführung (es gibt mittlerweile schon einige Sonderausführungen) sicher eine lohnende Anschaffung für die Familie.

Der „Kling-Klang-Wald“ ist ein schönes Spiel für kleine Kinder ab 2 (ich würde schätzen bis vielleicht 6-8 Jahre), wobei die Verwendung von Instrumenten den Kleinen viel Spaß bereitet und das musikalische Gehör, die Konzentrationsfähigkeit und Rhythmusgefühl schult. Es führt als Spiel aus der HABA-Reihe „Meine ersten Spiele“ kleine Kinder kinderleicht an die große Welt der Brett und Lernspiele heran, weißt aber für mich, noch einzelne kleine Verbesserungsmöglichkeiten auf. Mit 19,99 Euro ist der „Kling-Klang-Wald“ erschwinglich, ein schönes Geschenk und bietet zudem auch die Möglichkeit einer Verwendung der Instrumente über das eigentliche Spiel hinaus.

* Vielen Dank an HABA für das zur Verfügung stellen der getesteten Spiele.

hier herrscht Meinungsfreiheit

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    Ich bin ja totaler Fan von Haba. sind ja bei uns um die Ecke und ich wünsche mir nichts mehr als endlich eine Jobausschreibung auf deren Page zu sehen,die auf mein Profil passt. So tole Produkte. und ich säß mittendrin )

    Ganz viele liebe Grüße

    Franzy

    • Eva says:

      Na da wollen wir doch hoffen, dass dies hier vielleicht jemand von HABA liest. Vielleicht klappt es so ja bald mit dem Jobwechsel. Ich drück dir die Daumen und wünsche ein schönes Pfingstwochenende!

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